Eins von elf Kindern im schulpflichtigen Alter geht nicht zur Schule. Der Mangel an Bildung ist eine der Hauptursachen für die Vererbung von Armut. Indem Die SAD betroffene Mädchen und Jungen an die Schule heranführt, legt sie den Grundstein für ein Selbstbestimmtes Leben.

Weltweit gehen 59 Millionen Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren nicht zur Schule. Viele wurden nie eingeschult, andere haben ihre Ausbildung vorzeitig abgebrochen. Wer nicht lesen, rechnen und schreiben lernt, wird später im Alltag und im Berufsleben Mühe bekunden. Nicht über die nötige Bildung zu verfügen bedeutet, von anderen abhängig und mit grösster Wahrscheinlichkeit von Armut betroffen zu sein.

Kinder, welche die Schule frühzeitig beenden, tun dies in der Regel nicht freiwillig. Meist stammen sie aus besonders benachteiligten Familien. Ihre Eltern können das Schulgeld nicht bezahlen oder die Kinder müssen selbst zum Familieneinkommen beitragen. Oft sind es die Mädchen, denen so ihre Recht auf Bildung genommen wird.

Armut wird vererbt

Ausserdem führen veraltete Lehrmethoden dazu, dass Kinder aus bildungsfernen Schichten in der Schule besonders Mühe haben. In einem von Auswendiglernen und Repetition geprägten Frontalunterricht machen sie nur langsam Fortschritte, verlieren den Anschluss und brechen die Schule ab. Statt mit gleichen Chancen ins Leben zu starten, erben sie Bildungsmangel und Armut ihrer Eltern.

Benachteiligte Kinder erhalten eine zweite Chance

Mit non-formalen Bildungsklassen schafft die SAD die Voraussetzungen, um betroffenen Kindern eine zweite Chance zu geben. In einer sport- und spielbasierten Grundausbildung führt sie die Sechs- bis Zwölfjährigen (wieder) behutsam an die öffentliche Schule heran.

Durch einen spielerischen und interaktiven Unterricht finden die Kinder die Freude am Lernen zurück. In ein Wettrennen verpackt machen trockene Mathematikübungen plötzlich Spass. Und scheue oder verunsicherte Kinder, finden im Spiel neue Motivation und Möglichkeiten, sich einzubringen. Dabei ist Sport auch durchaus Lebensschule: Durch die Sport- und Spielaktivitäten lernen die Kinder Konflikte versöhnlich auszutragen oder mit Niederlagen umzugehen, sie kooperieren in Teams und stärken den Glauben an sich selbst.

Nach einem Jahr werden die Kinder ihrer Lernstufe entsprechend eingeschult. Die meisten schaffen nicht nur den Übergang in die Regelklassen, sondern viele sind auch äusserst gut in der Schule. Um den Schulerfolg langfristig zu sichern, unterstützt zudem eine Lehrperson die Kinder auch nach dem Übertritt.