Als Vennyah Begasi das erste Mal zu City Mission stiess, arbeitete auf dem Gemüseacker. Die körperliche Tätigkeit in der Natur behagte ihm. «Ich realisierte, dass das, was ich hier tun kann, besser ist, als das Leben, das ich davor hatte.»

City Mission ist eine Nonprofit-Organisation in Port Moresby, der Hauptstadt von Papua-Neuguinea. Gemeinsam mit der SAD bietet sie Jugendlichen durch Berufsbildung neue Zukunftsperspektiven. Im pazifischen Inselstaat sind fast 20 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 24 Jahre alt. Mehr als 80’000 junge Menschen treten jedes Jahr in den Arbeitsmarkt ein – meist ohne Ausbildung und Arbeitserfahrung. Sie haben kaum Chancen auf einen festen Job. Die Folgen sind ein stetiger Überlebenskampf und Armut: ein Nährboden für Drogenmissbrauch, Kriminalität und Gewalt.

Praxisorientierte Berufsbildung

Der Lehrgang «Standing on My Own Feet» der SAD und City Mission richtet sich denn auch an Jugendliche aus besonders schwierigen Verhältnissen. Sie erhalten eine berufliche Ausbildung, welche ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtert – sei es als Elektriker, Schreiner oder Kfz-Mechaniker. Die Kurse sind praxisorientiert und stehen auch Jugendlichen ohne abgeschlossene Schulbildung offen. Um dem Mangel an Arbeitsplätzen Rechnung zu tragen, erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, in einem Zusatzmodul betriebswirtschaftliches Grundwissen zu erwerben. Sie lernen, ihre eigene Geschäftsideen zu entwickeln und erhalten eine Start-up-Finanzierung. Der Lehrgang steht auch den Bewohnerinnen des City Mission Frauenhauses offen.

Kindheitstraum Mechaniker

Vennyah lebte früher auf dem Land und betrieb einen kleinen Marktstand. Doch eine Spirale von Drogen und Gewalt veränderte alles. «Die Drogen hatten mich unter Kontrolle und ich war in Raubdelikte involviert.» Von zwei älteren Jugendlichen erfuhr er von «Standing on My Own Feet». Vennyah zögerte nicht lange. Mittlerweile ist er von den Drogen losgekommen. «Ich gerate immer noch in Versuchung, aber ich arbeite daran», so der Jugendliche. Er freut sich, bald mit seiner Ausbildung zu beginnen. «Als ich klein war, wollte ich immer Mechaniker werden. Mein Ziel ist es nun, diesen Beruf zu erlernen und in mein Dorf zurückzukehren.»