Die Mutter der vierjährigen Soni ist stolz. Seit kurzem geht ihre Tochter in eins der Frühförderungszentren, welche die SAD im nordindischen Mirzapur aufgebaut hat. Damit ist Soni die erste der Familie, die Lesen und Schreiben lernt.

Im nordindischen Distrikt Mirzapur ist Bildung keine Selbstverständlichkeit. Kinderarbeit und der Mangel an Bildungseinrichtungen erschweren die Einschulung. Jedes vierte Kind bricht die Primarschule frühzeitig ab. Es fehlt an sanitären Einrichtungen, die Klassen sind überfüllt (bis zu 90 Kinder pro Klasse) und körperliche Züchtigung ist gang und gäbe. Das Lernumfeld verlangt den Schülerinnen und Schülern viel Stärke und Widerstandskraft ab, worüber gerade Kinder aus benachteiligten Verhältnissen kaum verfügen.

Frühförderung für einen guten Start in die Schule

Mit 50 Frühförderungszentren unterbricht die SAD gemeinsam mit der lokalen NGO CREDA diesen Teufelskreis von Armut und Benachteiligung. Denn gerade im Alter zwischen drei und sechs Jahren entwickeln Kinder Fähigkeiten, die für eine erfolgreiche Schulzeit nötig sind. Dank des bewährten sport- und spielbasierten Ansatzes der SAD lernen die Kinder in den Zentren spielerisch, worauf es später ankommt. Zum Beispiel gehen sie mit ihrer Betreuungsperson auf eine Phantasiereise in den «Wald», überwinden «Bäche» und weichen «gefährlichen Tieren» aus. Dabei üben sie nicht nur aufmerksam zuzuhören, sondern verbessern auch ihre motorischen Fähigkeiten.

Nachhaltigkeit dank Zusammenarbeit mit der Regierung

Um den Schulerfolg der Drei- bis Sechsjährigen langfristig zu sichern, bezieht die SAD auch das familiäre Umfeld und die Behörden mit ein. Sie zeigt den Erziehungsberechtigten auf, wie sie ihre Kinder unterstützen können und fördert Spar- und Kreditgruppen, um die finanzielle Situation der Familien zu verbessern. Andererseits stellt sie die Unterstützung der Gemeinde sicher und pflegt die Zusammenarbeit mit relevante Regierungsstellen, beispielsweise indem bestehende staatliche Dienstleistungen direkt in den Zentren angeboten werden.