«Wenn ich spiele, schmerzen meine Gelenke nicht mehr. Ich bin dann glücklich und fühle mich wie eine junge Frau», erzählt Rejoice.

Sie ist eine 700 Frauen, die sich in Kajo-Keji im Südsudan regelmässig zum Sport treffen und auf und neben dem Platz ihr Kriegstrauma verarbeiten.

40 Jahre Sezessionskrieg und neue Gewalt seit der Unabhängigkeit haben die südsudanesische Bevölkerung traumatisiert. Wie Rejoice können viele Frauen nicht schlafen oder leiden unter ständigen Schmerzen oder Angst. Auch Alkoholsucht und häusliche Gewalt sind verbreitet.

Mit Sport und Spiel unterstützen die SAD und das lokale South Sudan Psychosocial Program (SSPP) die Frauen dabei, ihre Vergangenheit und den Alltag besser zu bewältigen.

Psychosoziale Unterstützung

Beim Fussballspielen, Singen oder Tanzen gewinnen die Frauen das Vertrauen in sich selbst und zueinander zurück. Damit schafft der Sport die Grundlage dafür, dass heikle Themen wie sexuelle Gewalt zur Sprache kommen.

Neben dem Platz bietet SSPP professionelle Traumatherapie an. Mit Beraterinnen und Beratern reden die Frauen über ihre Kriegserlebnisse und packen Probleme an, die aus dem Trauma entstanden sind, vor allem Alkoholsucht und häusliche Gewalt. Deshalb nehmen zum Teil auch Ehemänner und Kinder an Sitzungen teil.

Ein soziales Netz entsteht

Das Spielfeld ist für die Frauen auch eine Schule für den Alltag. Hier lernen sie, Konflikte zu lösen oder in der Gruppe zu arbeiten – Fähigkeiten, mit denen viele heute ihre Existenz sichern, denn auf eigenen Wunsch legen die Projektteilnehmerinnen in Gruppen Ersparnisse an. Das zurückgelegte Geld investieren sie in ein eigenes kleines Geschäft. Zum Beispiel züchten die Frauen Schweine oder machen sich als Näherin selbständig, und bringen so beim Anstoss nicht nur den Ball, sondern auch ihre Zukunft ins Rollen.