«Die Wort-Staffel gefällt mir am besten. Die Kinder bewegen sich und sind durch den Teamwettbewerb motiviert. Damit kann ich die Wissbegierde der Kinder bestimmt wecken.» Myat Myat Soe ist eine der burmesischen Lehrkräfte, die eine Weiterbildung der SAD zu Sport und Spiel in der Schule besucht hat. Durch spielbasierten Unterricht finden Kinder, welche vorzeitig die Schule abgebrochen haben, wieder in den Schulalltag zurück.

In Myanmar verlassen immer mehr Kinder die Schule, ohne richtig Lesen und Schreiben gelernt zu haben. Ihre Eltern können das Schulgeld nicht bezahlen oder die Kinder müssen durch Arbeit selbst zum Familieneinkommen beitragen. Das Land hat sich seit 2010 zunehmend aus seiner Isolation gelöst. Doch jüngste Entwicklungen zeigen, dass die Früchte des Wirtschaftswachstums in den Händen weniger Familien landen. Aufgrund anhaltender Armut flüchten die ärmsten Gesellschaftsschichten in die Städte, wo sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Die Folgen für die Kinder sind fatal: Statt zur Schule zu gehen, sind sie gezwungen, sich in Restaurants oder Fabriken zu verdingen.

Die Vermittlung von Wissen ist nur ein Ziel unter anderen

«Die meisten Kinder arbeiten sieben bis acht Stunden am Tag», bestätigt Ye Yint Kyaw, Lehrer und Teilnehmer der SAD-Weiterbildung. «Deshalb findet der Unterricht zu Randstunden statt, zwischen sechs und neun Uhr morgens.» In non-formalen Bildungsklassen finden sechs- bis zwölfjährige Kinder einen auf sie angepassten Unterricht. Nicht nur der Stundenplan, auch die Lehrmethoden zielen darauf ab, besonders benachteiligte Kinder zu unterstützen. Durch spielerischen Unterricht entwickeln sie die Motivation und Energie, um aktiv mitzumachen. Die Vermittlung von Wissen ist dabei nur ein Ziel unter anderen. Im Spiel üben die Kinder, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, in Teams zusammenzuarbeiten und kreative Lösungen zu finden.

Die SAD und die lokalen Lehrkräfte entwickeln das Unterrichtsmaterial gemeinsam

Die SAD unterstützt die lokalen Organisationen Education 4 Youth (E4Y) und Hope for Shining Stars (H4SS – S4SK), welche die non-formalen Klassen anbieten, indem sie deren Lehrkräfte für einen spielbasierten Unterricht rüstet. Um die Qualität des Unterrichts langfristig zu fördern, hat die SAD gemeinsam mit den Lehrpersonen praktische Arbeitshilfen entwickelt: ein Handbuch für sport- und spielbasierte Lehrmethoden oder Checklisten für Minimalstandards. Die Lehrkräfte lernen zudem, wie sie ihren Unterricht auswerten und das Lehrmaterial weiterentwickeln. Dass Sport und Spiel in der Schule nicht nur den Kindern helfen, bestätigt Myat Myat Soe: «Ich habe viele Tricks und Kniffe erlernt, mit denen ich die Kinder zum Lernen motivieren kann. Das hat echt Spass gemacht!»