30 Jahre Bürgerkrieg haben die Beziehungen zwischen Tamilen und Singhalesen in Sri Lanka belastet. Der Dialog zwischen den Bevölkerungsgruppen ist schwierig, denn Tamilen und Singhalesen sprechen verschiedene Sprachen, wohnen in verschiedenen Dörfern und besuchen getrennte Schulen.

Deshalb lancierten die SAD und die srilankische NGO Future Peace 2009 ein Projekt, das den Austausch zwischen den Bevölkerungsgruppen auf eine Weise förderte, die fast keine Worte brauchte: Mit Sport und Spiel.

In vier tamilischen und vier singhalesischen Dörfern im Distrikt Monaragala veranstaltete Future Peace dreimal die Woche Sport- und Spielaktivitäten für Kinder und Jugendliche beider Ethnien. Jeweils ein singhalesischer Mann und eine tamilische Frau (oder umgekehrt) leiteten die Aktivitäten. Sie waren vorgängig von der SAD in Sportpädagogik, Konfliktmanagement und Monitoring & Evaluation ausgebildet worden.

Der Sport bietet Raum für Austausch

Beim Spielen lernten sich tamilische und singhalesische Kinder und Jugendliche kennen. Sie bauten Misstrauen ab, lernten, respektvoll miteinander umzugehen, Konflikte friedlich zu lösen und im Team zusammenzuarbeiten. So entstanden Beziehungen zwischen Kindern und Jugendlichen, die auch den Austausch zwischen den Eltern in Gang brachte. Dorfübergreifende Sporttage, die von den Eltern mitorganisiert und durchgeführt wurden, förderten den Dialog unter Erwachsenen zusätzlich.

Der Ball kommt ins Rollen

Wie stark der Sport und das Spiel den Dialog zwischen Tamilen und Singhalesen in Monaragala ins Rollen gebracht hatte, zeigte die Neujahrsfeier vom 13. und 14. April 2010: Das lokale Projektteam stellte mit ansässigen Singhalesen und Tamilen ein Fest auf die Beine, das über 2000 Einwohnerinnen und Einwohner anzog. So kam es, dass in Monaragala Singhalesen und Tamilen das Neujahr 2011 gemeinsam feierten – ein Fest, das traditionell nur von Singhalesen öffentlich ausgetragen wird.