Wie vernetzen wir die Akteure, die sich weltweit für Sport und Entwicklung engagieren? Diese Frage stand am Anfang der internationalen Plattform sportanddev.org, als sie die SAD 2003 ins Leben rief. Mittlerweile zählt die Webseite rund 700 Organisationen und 7000 registrierte Personen aus der ganzen Welt.

Sport wird seit Jahrzehnten in der Entwicklungszusammenarbeit eingesetzt. Doch bis Ende des zwanzigsten Jahrhunderts fand er als effektives Entwicklungsinstrument kaum Beachtung. Warum sollen Sportprogramme entwickelt werden, wenn Grundbedürfnisse wie sauberes Wasser, Nahrung und Sicherheit nicht abgedeckt sind?

Die Entstehung eines Sektors

Dies änderte sich Ende der Neunziger-Jahre. Die Europäische Kommission betonte die «soziale Bedeutung des Sports». Bekannte NGOs begannen, Sport in ihre Entwicklungsprogramme einzubinden. Und immer mehr Organisationen entstanden mit dem Auftrag, durch Sport soziale Ziele zu erreichen. Im Jahre 2001 ernannten die Vereinten Nationen Adolf Ogi zum ersten Sonderberater für  Sport für Entwicklung und Frieden. Die Idee, dass Sport auf ganz unterschiedlichen Ebenen gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen kann – vom gesellschaftlichen Wiederaufbau nach Katastrophen zur HIV/AIDS-Prävention – gewann an Fahrt.

Doch wie konnte der Bereich, der noch in den Kinderschuhen steckte, weiter wachsen? War Sport wirklich so wirkungsvoll wie die Vertreterinnen und Vertreter behaupteten? Wieviele Organisationen nutzten denn tatsächlich Sport für Entwicklung und wie liesse sich die Zusammenarbeit fördern und die Wirkungskraft maximieren?

Die Geburt einer Praxisgemeinschaft

2003 organisierte die SAD in Magglingen die erste internationale Konferenz für Sport und Entwicklung. Am Ende des hochrangigen Treffens wurde die Forderung laut, eine Online-Community ins Leben zu rufen: sportanddev.org. Zu Beginn fungierte die Webseite als Datenbank von Organisationen im Bereich Sport und Entwicklung. 2008 entwickelte sich sportanddev.org zur umfassenden Webseite mit News-Artikeln, Kommentaren, Publikationen, einer Agenda und einer internen Austauschplattform.

Diese Entwicklung blieb nicht ohne Folgen. Das gesammelte Wissen verstärkte die Wirkung von Programmen. Die Vernetzung brachte Partnerschaften hervor. Die gemeinsame Interessenvertretung führte zu politischen Veränderungen.

Der Bereich Sport und Entwicklung ist erwachsen geworden. sportanddev.org hat dabei eine zentrale Rolle gespielt. Die Plattform hat das Zusammengehörigkeitsgefühl gefördert, Wissen gebündelt und dazu beigetragen, dass Sport heute ein anerkanntes Instrument für Entwicklung ist.