Als Fridolin Kissling und Peter Atteslander am 8. März 1991 im Solothurner Landhaus vor die Medien treten, stellen sie «nicht einfach ein zusätzliches Forschungsinstitut» vor. Nein, die eben gegründete SAD fülle eine Lücke, sind sich der ehemalige Caritas-Direktor und der emeritierte Soziologieprofessor einig: Sie bringt Feldarbeit und Entwicklungswissenschaft zusammen.

Wissenschaft und Praxis verbinden

Diesen Vorsatz, Praxis und Wissenschaft zu verbinden, übersetzen Kissling und Atteslander in die Organisation der Stiftung. Die SAD soll nicht nur Entwicklungsforschung betreiben, sondern auch eigene Projekte umsetzen. Den akademischen Anspruch erfüllt ein wissenschaftliches Kuratorium mit internationalem Renommee. Als Peter Atteslander im September 1991 in Neuchâtel den ersten Kongress eröffnet, nehmen unter anderem Friedens- und Konfliktforscher Johan Galtung und der deutsche Sozialwissenschaftler Dieter Senghaas teil.

Anomieforschung

Dass die klingenden Namen des wissenschaftlichen Kuratoriums mehr als Dekoration sind, zeigt sich Mitte der 1990er-Jahre. Vor dem Hintergrund des Völkermords in Ruanda und der Jugoslawienkriege erarbeitet die SAD, die im März 1995 von Solothurn an die Bözingenstrasse in Biel gezogen ist, in einem mehrjährigen Forschungsprojekt ein Frühwarnsystem für gesellschaftliche Zusammenbrüche.

Die Gründerära geht zu Ende

Als die SAD zehn Jahre alt wird, steckt die Stiftung in einer Phase der Umgestaltung. 2001 richtet der Stiftungsrat in Biel eine Geschäftsstelle ein. Sie soll die Forschung der Stiftung für die Praxis fruchtbar machen. Mit dem Tod Fridolin Kisslings im selben Jahr und dem Austritt Peter Atteslanders nur wenige Monate später geht bei der SAD die Gründerära zu Ende.

Auch thematisch stehen die Zeichen auf Neuanfang. Im Februar 2003 koordiniert die SAD die erste internationale Konferenz für Sport und Entwicklung in Magglingen. Damit legt sie den Grundstein für ihr heutiges Engagement im Bereich Sport und Spiel.

Magglingen: Sport als Mittel in der Entwicklungsarbeit

Mehr als 320 Teilnehmende aus 55 Ländern sprechen sich an der Magglinger Konferenz dafür aus, den Sport als Instrument der Entwicklungszusammenarbeit zu fördern. Magglingen sei der erste Schritt auf dem Weg zu einer «besseren Welt durch Sport», halten die Delegierten in der Magglingen-Deklaration fest.

Im Auftrag der Konferenz lanciert die SAD mit sportanddev.org noch im selben Jahr eine Internetplattform zum Thema Sport und Entwicklung. Als sportanddev.org 2013 Jubiläum feiert, gilt die Plattform als wichtigste Informationsdrehscheibe und Kontaktbörse für Akteure im Feld.

Für Gesundheit, Bildung und Beschäftigung

Auch in anderen Projekten nehmen Sport und Spiel seit der Magglinger Konferenz eine wichtige Rolle ein. Das mit dem UNICEF Sport for Education Award ausgezeichnete Bildungsprogramm Move 4 New Horizons ist nur ein Beispiel unter vielen:

Im Südsudan nutzt die SAD mit Women on the Move Sport und Spiel, um von Krieg und Gewalt traumatisierten Frauen den Weg zurück in die Normalität zu erleichtern. In Indien erhalten benachteiligte Kinder im Rahmen von Move&Improve die Chance, in der Vorschule spielerisch die Voraussetzungen für den Eintritt in die Schule zu schaffen. Und in Myanmar unterstützt die SAD junge Erwachsene auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit – ebenfalls mit einem sport- und spielbasierten Ansatz.

In all ihren Projekten schreibt die SAD Monitoring und Evaluation besonders gross. Auch mit externen Evaluationen auf Mandatsbasis und angewandter Forschung führt die Stiftung ihre wissenschaftliche Tradition weiter.

Zielgerichtet in die Zukunft: Strategie 2016 – 2019

Gesundheit, Bildung und Beschäftigung mit Sport und Spiel – mit diesem Programm startet die Swiss Academy for Development ins nächste Vierteljahrhundert. Das Jubiläumsjahr nimmt die SAD auch zum Anlass, ihren Auftritt in der Öffentlichkeit aufzufrischen.

Insofern halten wir zum 25. Geburtstag nicht nur Rückschau auf die Geschichte unserer Stiftung, sondern stellen auch wichtige Weichen für die Zukunft.