Frühförderung für einen guten Start ins Leben: 3'414 Kinder konnten von der Unterstützung des Bildungsprojekts «Move & Improve» in Indien in den vergangenen vier Jahren profitieren. Nun geht es wie geplant zu Ende. Es zielte darauf ab, benachteiligte Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen und ihre Einschulung zu fördern.

50 Frühförderungszentren baute das Projekt auf und bildete Erzieherinnen aus, um den Schulerfolg der Kinder nachhaltig zu sichern. Doch auch staatliche Erzieherinnen wurden auf Nachfrage des lokalen Bildungsdepartments gezielt weitergebildet. Eine von ihnen ist Sunita. Wie das Training der SAD ihren Alltag verändert hat, erzählt sie uns im Interview.

SAD: Wie lange arbeitest du schon als Anganwadi-Mitarbeiterin*?

Sunita: Schon seit 23 Jahren. Ich habe diese Art von Arbeit gewählt, weil ich etwas für unsere Gemeinschaft tun möchte, weil ich die Menschen unserer Gesellschaft kennen lernen und ihnen etwas Gutes tun, sie mobilisieren möchte. Ich arbeite mit Kindern, ich versuche mein Bestes, sie zu erziehen, in der Hoffnung, dass so viele wie möglich ein gutes Leben haben werden. Ich bin gespannt, was sie in Zukunft tun werden. Ich werde wirklich stolz sein.

*Die von der Regierung betriebenen Kinderbetreuungszentren werden in Indien «Anganwadi» genannt. Sie wurden 1975 von der Regierung als Teil ihres Programms Integrated Child Development Services (ICDS) zur Bekämpfung des Hungers und der Unterernährung von Kindern ins Leben gerufen.

Wann hast du am Move&Improve-Training teilgenommen?

Ich habe die Schulung im Februar 2019 besucht. Obwohl ich seit über 20 Jahren in Anganwadi arbeite, habe ich noch nie zuvor eine solche Schulung besucht – wir haben so viel gelernt. Die ICDS-Schulungsworkshops konzentrierten sich vor allem auf die Mobilisierung der Gemeinschaft, Impfungen, Menstruationshygiene für heranwachsende Mädchen und die Vermeidung von Unterernährung bei Kindern.

Wie hat sich das Training auf deine tägliche Arbeit mit den Kindern ausgewirkt?

Wir haben viel über Gruppenspiele im Zusammenhang mit ganzheitlicher Kindesentwicklung gelernt. Vor dem Training haben wir einfach mit den Kindern gespielt und uns dabei mehr auf die Ernährung konzentriert, aber wir haben die Aktivitäten nie auf ihre Entwicklung abgestimmt. Dank des Trainings verstehe ich jetzt, wie Kinder durch verschiedene spielerische Aktivitäten lernen können und wie diese an ihre Gehirnentwicklung gebunden sind. Und die Kinder sind wirklich glücklich über all die neuen Spiele und Aktivitäten, mit denen wir arbeiten. Sie sind engagierter und verlassen das Klassenzimmer nicht mehr. Es hat einige Zeit gedauert, bis sie sich an die neuen Regeln und Spiele gewöhnt hatten, aber sie haben schnell Gefallen daran gefunden. Das Move & Improve-Training hat uns und unsere tägliche Arbeit mit den Kindern verändert.

Vielen Dank für das Gespräch, Sunita.

Wie geht’s nun weiter?

Die Kapazitätsentwicklung für unsere lokalen Partner steht im Mittelpunkt unseres partizipatorischen Ansatzes. Auf diese Weise sichern wir die Nachhaltigkeit unserer Arbeit. Unser lokaler Implementierungspartner, das Centre for Rural Education and Development Action (CREDA), wird den auf Sport und Spiel basierenden Ansatz der SAD weiterführen. Um den schulischen Erfolg drei- bis sechsjähriger Kinder langfristig zu sichern, haben wir auch Familien und Behörden einbezogen. Wir haben den Betreuenden gezeigt, wie sie ihre Kinder unterstützen können. Wir stellten auch die Unterstützung der Gemeinde sicher und förderten die Zusammenarbeit mit den zuständigen Regierungsstellen, damit in den Zentren die bestehenden staatlichen Dienstleistungen, zum Beispiel Impfungen, angeboten werden können. Durch den auf Sport und Spiel basierenden Ansatz der SAD lernen die Kinder im Zentrum auf spielerische Art und Weise, was in der Schule von ihnen erwartet wird. Auch in Zukunft.