Simbabwe, einst bekannt als die Kornkammer Afrikas, gehört heute zu den ärmsten Ländern der Welt. Wiederholte Dürreperioden und die Zuspitzung der wirtschaftspolitischen Krise haben im Land zu akuter Ernährungsunsicherheit geführt. Solche Krisen stellen für Mädchen ein besonderes Risiko dar, ihre Aussicht auf ein selbstbestimmtes Leben zu verlieren. Aktuell wird jedes dritte Mädchen im Kindesalter verheiratet. Zu den Hauptursachen dafür gehören Armut und mangelhafte Bildung. Doch wie kann man gegen Kinderheirat vorgehen?

Mit dem Projekt «Girls Ahead!» setzt sich die SAD gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Waruka Trust Academy für eine nachhaltige und selbstbestimmte Zukunft junger Frauen und deren Familien im Distrikt Murehwa im Osten Simbabwes ein. Nebst der Kinderheirat, welche für die Mädchen oft schwerwiegende psychische Auswirkungen und Schulabbrüche zur Folge hat, bildet auch die weltweit fünfthöchste HIV-Rate eine reelle Gefahr. Die beste Prävention dagegen? Bildung und ein eigenes Einkommen. Deshalb setzt die SAD einerseits auf Sensibilisierungsmassnahmen gegen Kinderheirat und für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte an Schulen. Zusätzlich liegt der Fokus – in Zusammenarbeit mit einem Fachexperten – auf Bildung im Bereich nachhaltige Landwirtschaft. Letzteres trägt zur Ernährungssicherheit und zu einem nachhaltigen Einkommen der Mädchen und deren Familien bei. Damit ergeben sich konkrete Alternativen zu ökonomisch erzwungener Kinderheirat.

GEMEINSAM FÜR EINE NACHHALTIGE, SELBSTBESTIMMTE ZUKUNFT

Durch das Projekt erhalten die Mädchen auch Zugang zu einem Schutzhaus und werden mit regelmässigen sport- und spielbasierten Aktivitäten in ihrem psychosozialen Wohlbefinden gefördert, in ihren Lebenskompetenzen gestärkt und zur Durchsetzung ihrer Rechte motiviert. Girls Ahead wirkt nachhaltig, denn innerhalb der Partnerorganisation werden mit unserem «Training of Trainers»-Ansatz Trainer:innen ausgebildet, die auch nach Ende der Projektdauer die Aktivitäten langfristig weiterführen. Sie agieren als lokale Multiplikator:innen und geben ihr Wissen weiter. Das stärkt unsere Partnerorganisation vor Ort und damit auch viele weitere Mädchen. Die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte und die integrierte Produktion von organischem Saatgut tragen schliesslich zur finanziellen Projektnachhaltigkeit bei. Zudem besteht die Möglichkeit auf Flächenausweitung in umliegende Dörfer.