MÄDCHEN UND JUNGE FRAUEN BEWEGEN SICH IM VERGLEICH ZU IHREN MÄNNLICHEN GLEICHALTRIGEN WENIGER. DIESE DISKREPANZ IST UNTER ANDEREM KULTURELL UND ÖKONOMISCH BEDINGT. ZUDEM KANN SPORT – SO WIRD VERMUTET – BEI DER SOZIALEN INTEGRATION VON MÄDCHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND EINE BEDEUTENDE ROLLE SPIELEN. UM DIE GESETZLICH ZUGESICHERTE GLEICHSTELLUNG ZU FÖRDERN, ARBEITET DIE SAD NUN AN EINER MACHBARKEITSSTUDIE.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass das Bewegungsverhalten von Jugendlichen, insbesondere jungen Frauen, im Übergang vom Kindes- zum Jugendalter rückläufig ist. Während im Kindesalter die Bewegungsempfehlungen noch zu fast 100% erreicht werden, nehmen die Zahlen in den darauffolgenden Jahren deutlich ab. Der grösste Rückgang ist bei den 17- bis 19-jährigen jungen Frauen zu beobachten, nur knapp 20% können die Bewegungsempfehlungen einhalten. Auch sozial weniger privilegierte Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund sind tendenziell seltener sportlich aktiv.

DEM BEWEGUNGSMANGEL ENTGEGENWIRKEN

Die Folgen von Bewegungsmangel sind enorm: Jedes Jahr verursachen sie in der Schweiz über alle Altersklassen hinweg mindestens 2900 vorzeitige Todesfälle, 2.1 Millionen Erkrankungen und direkte Behandlungskosten von 2.4 Milliarden Franken. Den ökonomischen Aspekten stehen vielfältige positive Wirkungen von Bewegung und Sport auf junge Menschen gegenüber: Genügend Bewegung ist für die körperliche, psychische und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen essenziell. Auch erleichtert das gemeinsame Sporttreiben die soziale Integration. Eins ist klar: Es besteht Handlungsbedarf in der Förderung des Sportengagements bei Jugendlichen in der Schweiz, insbesondere bei den Mädchen.

EINE MACHBARKEITSSTUDIE

Wie kann das Bewegungsverhalten von 15-19-jährigen Mädchen im Kontext des Schulsports und des Vereinssports erhöht werden? Zur Beantwortung dieser Frage führt die SAD mit Unterstützung des BASPO,  der Ernst Göhner Stiftung, der Sophie und Karl Binding Stiftung sowie der Stiftung Freude herrscht eine Machbarkeitsstudie durch, um zu eruieren, welche konkreten Massnahmen, z.B. in einem Förderprojekt, nötig sind. Zudem werden relevante günstige und hemmende Faktoren für eine erfolgreiche Bewegungsförderung erforscht. Damit trägt die SAD zur Schliessung einer Forschungslücke bei.

Foto Credit: BASPO / Ulrich Känzig